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fantasy kurzgeschichte: Die Klippen von Eldar’s Reach – Die Tragödie der Geschwister Thalvaen

Der Anfang – Beginn einer neuen Fantasy Kurzgeschichte

Kaelen und Seris Thalvaen wurden in eine Welt geboren, die ihnen nie gehören sollte. Ihre Familie, einst hoch angesehen, war durch Intrigen und Verrat gestürzt worden. Nach dem Tod ihrer Eltern rettete eine Dienstmagd die Kinder und brachte sie zu den Piraten – traumatisiert und gebrochen, wie zwei verlorene Funken im Sturm.

Sie wuchsen auf den Decks stürmischer Schiffe auf, lernten den Wind, das Salz, die Regeln der Freiheit – und was es bedeutet, für Ehre und Loyalität einzustehen.

Kaelen, der Bruder, lernte, dass Moral mehr wert ist als Blut. Dass man für Werte kämpfen muss, selbst wenn der Preis hoch ist.
Seris, die Schwester, lernte, dass Macht und Kontrolle das einzige Mittel sind, um zu überleben. Sie war kälter, strategischer, bereit, alles zu tun, um Rache zu nehmen. Er war empathisch, gerechtigkeitsorientiert – ein Idealist, der die Grausamkeit der Welt nicht als Maßstab nahm.

Der Überfall

Die Jahre vergingen, und die Kinder der Piraten wurden zu Geschwistern der Schatten.

Eines Tages, kaum erwachsen, plante Seris einen Überfall auf eine Adelsfamilie – jene Familie, die den Untergang ihrer eigenen Blutlinie mit verschuldet hatte. Die Eltern der Familie waren schwer krank, die Tochter gerade sechzehn geworden. Seris’ Augen glühten kalt, als sie Kaelen die Pläne zeigte. „Wir werden sie alle auslöschen“, sagte sie leise, fast triumphierend. „Es spielt keine Rolle, wer lebt oder stirbt. Sie alle müssen fallen.“ Kaelen spürte, wie sich sein Herz zusammenzog. „Seris… nein. Du kannst sie nicht töten. Sie sind krank, schwach. Die Tochter… sie ist doch noch ein Kind.“ „Das spielt keine Rolle“, entgegnete Seris und krampfte die Hände um das Pergament.


„Ich habe dafür gesorgt, dass sie vergiftet werden. Der Plan hat bereits begonnen, und du kannst mich nicht mehr aufhalten. Ich kann sie nicht am Leben lassen – nicht nach allem, was sie uns angetan haben. Ihnen war doch auch egal, was mit uns passierte, als sie Mutter und Vater töteten. Ich werde niemanden verschonen.“

Kaelen wich zurück, ein Stich in seiner Brust. „Du… bist genau wie sie!“ Seris nickte, ein trauriges Lächeln auf den Lippen. „Ich tue, was getan werden muss, Kaelen. Und wenn ich dafür werden muss wie sie, dann bin ich dazu bereit. Wenn du mir nicht folgen willst… dann steh mir nicht im Weg.“

Die Klippen von Eldars Reach – 3. teil der Fantasy Kurzgeschichte

Kaelen schüttelte den Kopf und lief aus dem Zelt, das sie am Fuße der steilen Klippen aufgebaut hatten. Sein Herz brannte vor Schmerz, und heiße Tränen liefen über seine Wangen. Er wollte auch Gerechtigkeit – aber was seine Schwester vorhatte, war keine Gerechtigkeit. Es war blinde Rache. Seris lief ihm nach. Sie wollte ihn nicht verlieren. Er war alles, was ihr geblieben war. So liefen sie die steilen Klippen hinauf, bis sie auf der Spitze von Eldar’s Reach standen – wild, sturmumtost, endlos. Dort blieben sie stehen. Das Meer tobte unter ihnen.

Die Klippen von Eldar’s Reach waren schon immer ein Ort der Stille und des Unheils zugleich. Der Himmel brach auf, und plötzlich tobte ein Sturm, als hätte der Himmel selbst beschlossen, Zeuge von Kaelens und Seris’ endgültigem Duell zu werden.

Regen peitschte gegen das Gestein, das Meer darunter schäumte wie wildes Blut. Die beiden standen einander gegenüber, jeder ein Schwert in der Hand, die Augen voller gemeinsamer Erinnerungen und Traurigkeit. Sie waren immer noch Geschwister – aber keine Verbündeten mehr.

„Du bist nicht mehr die Schwester, die ich kenne“, sagte Kaelen leise, doch mit vor unterdrückter Wut bebender Stimme. „Ich bin genau die, die ich schon immer war. Die, die ich sein muss“, erwiderte Seris. „Du bist zu weich. Du wirst sie alle verschonen, und sie werden immer so weitermachen. Sie werden noch andere zerstören – so wie sie uns zerstört haben. Sollen noch mehr Kinder ihre Eltern verlieren?“

Diese Worte trafen Kaelen wie Funken auf trockenem Holz. Sie hatte nicht unrecht. Doch er glaubte fest, dass es einen besseren Weg geben musste. Es musste einfach einen geben. Das ewige Töten konnte – durfte – nicht die Lösung sein. Kaelen fühlte, wie ihm die Kontrolle über seine Wut und Enttäuschung entglitt.

Er zog sein Schwert. „Es muss enden, Seris. Nicht aus Hass, sondern um zu retten, was von uns noch bleibt. Ich kann dich nicht weiter verlieren… nicht an die Dunkelheit, die du in dir trägst.“ Seris lächelte durch die Tränen. Ein Lächeln, das gleichzeitig Wärme und Vernichtung in sich trug. „Ich wusste, dass du so handeln würdest… und genau deshalb liebe ich dich.“

Das Duell – 4. Teil der Fantasy Kurzgeschichte

Mit einem letzten Blick aufeinander stürzten sie los. Stahl traf auf Stahl. Funken flogen. Regen mischte sich mit Schweiß und Blut. Jeder Schlag war Ausdruck von Schmerz, Erinnerung und Liebe. Keiner konnte gewinnen – sie waren körperlich gleich stark – doch jeder Schlag zerrte an ihrem Herzen.

Ein Windstoß riss über die Klippe, fegte die Wolken auseinander und ließ das tosende Meer darunter noch wilder erscheinen. Dann wurde es kurz still. Nur ein Augenblick, in dem sich ihre Blicke trafen und ihr Atem im Sturm verhauchte.

Kaelen senkte die Klinge. Seris trat einen Schritt zurück. Die Klippe unter ihren Füßen bröckelte. „Du hast immer für deine Werte gekämpft. Ich war nie so stark wie du. Du wirst das hier nicht beenden. Dafür bist du zu gut“, sagte sie leise. „Und ich kann meinen Weg nicht mehr ändern…“ Tränen liefen über ihr Gesicht, vermischt mit dem Regen. „Ich bin stolz auf dich, Kaelen… unfassbar stolz. Du bist ein wundervoller junger Mann geworden.“

Sie trat einen weiteren Schritt zurück. Ein Stück Fels brach unter ihren Füßen und wurde vom Meer verschlungen. Kaelen streckte die Hand nach ihr aus. „Seris! Halt dich fest! Ich kann dich nicht verlieren!“ Sie lächelte – ein Lächeln voller Entschlossenheit und Stolz, durchdrungen von Tränen. „Ich liebe dich… und ich werde dich immer lieben.“

Dann machte sie den letzten Schritt und stürzte rückwärts die Klippen hinunter, eine Hand nach ihrem Bruder ausgestreckt – ein letztes Zeichen ihrer Verbindung.

Ihr Fall erschien Kaelen endlos. Er sank auf die Knie, die Hand nach ihr ausgestreckt, das Gesicht tränenüberströmt. Das tosende Meer verschlang Seris augenblicklich, erbarmungslos. Und Kaelen blieb allein zurück.

Sein Herz wollte mit ihr gehen – doch die Klippen hielten ihn fest. „Seris…“, flüsterte er mit brüchiger Stimme. Doch nur das Meer antwortete, mit endlosem Tosen.

Die Legende von Elyndor – 5. Teil der Fantasy Kurzgeschichte

Kaelen sank auf die Knie, das Echo ihres Falls hallte in seinem Inneren nach. Er wusste: Dies war vielleicht nicht das Ende. Seris konnte überleben. Irgendwo in den Wellen. Oder im Schatten. In Elyndor starb niemand, bis der tote Körper gefunden wurde.

Vielleicht würde sie eines Tages zurückkehren – als Verbündete. Oder als Schatten, der die Welt erneut auf die Probe stellte.

Er stand schließlich auf, die Augen auf das tosende Meer gerichtet. Das Duell war vorbei. Doch ihre Geschichte hatte gerade erst begonnen.

Irgendwo in Elyndor

In einem geheimen Raum irgendwo in Elyndor steht eine wunderschöne junge Elfe am Feuer. Ihr Blick zeigt Wissen und Schärfe, die nicht zu ihrem Alter zu passen scheinen. Die Arme verschränkt, wirkt sie, als würde sie auf etwas warten. Oder auf jemanden.

Ein Platschen und dumpfes Poltern schreckt die Menschen und Elfen um sie herum auf. Die Elfe selbst bleibt ruhig. Ein Lächeln huscht über ihre Lippen. Sie blickt weiter ins Feuer, als sie sagt: „Ich habe schon auf dich gewartet.“

Im Türrahmen hinter ihr steht eine Frau. Sie ist nass. Ihre Kleidung zerfetzt, ihre Haare zerzaust – als wäre sie gerade aus dem Meer gestiegen. Sie stützt sich am Türrahmen ab. Ein junger Mann tritt mit einer Laterne zu ihr und reicht ihr einen Mantel.

Im Licht der flackernden Flammen erkennt man, wie erschöpft sie ist. In ihren Augen liegt ein Schatten von Traurigkeit. Und doch lächelt sie.

Der Blick der Elfe mustert sie, auch wenn ihr Gesicht weiter dem Feuer zugewandt bleibt. Dann sagt sie sanft: „Willkommen bei den Schattenklingen, Seris.“


Das war eine fantasy kurzgeschichte aus elyndor

Die Skizze zur Geschichte – Artwork folgt bald

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